Ja, wir werden oft gefragt, warum wir Deutschland verlassen.
Und ganz ehrlich: Eine einfache Antwort gibt es darauf nicht. Die Gründe sind vielschichtig – persönlich, beruflich und gesellschaftlich.
Ein Teil unserer Entscheidung hat ganz klassische Motive: die Sehnsucht nach einem Neubeginn, nach mehr Lebensfreude, nach persönlichem Wachstum und einem Leben, das wieder mehr Raum für das Wesentliche lässt. Auch das Bedürfnis nach einem Ort, an dem wir in Ruhe das aufbauen können, was uns am Herzen liegt.
Doch allein das hätte womöglich nicht gereicht, um den Schritt wirklich zu gehen.
Ein ebenso großer Teil hat mit unseren beruflichen Erfahrungen als Selbständige im Bereich der alternativen Medizin und Persönlichkeitsentwicklung zu tun. Seit Jahren beobachten wir, wie es immer schwieriger wird, in Deutschland in diesen Feldern nicht nur stabil zu wirtschaften, sondern auch mit Freude und innerer Freiheit zu arbeiten. Wachsende Bürokratie, steigende Kosten, neue Regulierungen – all das hat zunehmend die Freuden unsere Arbeit geraubt und uns an unsere Grenzen gebracht.
Der Kippunkt
Und dann kamen die Jahre ab dem Frühjahr 2021. Wir mußten erleben wie schnell kritisches Hinterfragen – selbst wenn es fachlich fundiert und konstruktiv gemeint ist – nicht mehr erwünscht war. In dieser Zeit wurde für uns spürbar, wie eng der Raum für freien Diskurs geworden ist.
Wir selbst und viele Kollegen und Menschen in unserem Umfeld mussten erleben, wie man plötzlich „außen vor“ war, wenn man nicht mit dem Strom schwamm.
Abweichende Meinungen wurden kriminalisiert. Menschen die diese Meinungen öffentlich vertraten wurden diffamiert, waren dramatischen Repressionen ausgesetzt, ihre Existenz wurden zerstört und viele wurden Inhaftiert. Einzelne befinden sich noch heute dafür im Gefängnis.
Was uns dabei am meisten erschüttert hat: wie viele Menschen, selbst im direkten Umfeld, scheinbar nichts Ungewöhnliches daran wahrnahmen oder gar zu eifrigen Verfechtern der staatlichen Narrative wurden– obwohl die gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und gesundheitlichen Folgen deutlich sichtbar waren. Diese Diskrepanz hat uns tief erschreckt und nachdenklich gemacht.
Irgendwann war klar: Diese Veränderungen konnten kein Missgeschick gewesen sein. Sie waren und sind Ausdruck einer politischen Entwicklung welche klare Ziele verfolgt. Uns stellte sich immer deutlicher die Frage ob nicht wir selbst wohlmöglich in der nächsten Krise zu Staatsfeinden erklärt und unserer Freiheit und Existenz beraubt werden würden.
Wenn wir selbst etwas verändern wollen, dann müssen wir auch bereit sein, unser Umfeld zu verändern.
Nicht aus Trotz, noch nicht aus Flucht – sondern aus Verantwortung uns selbst und unserer Arbeit gegenüber.
Um es mit Albert Einstein zu sagen:
„Die reinste Form des Wahnsinns ist es, alles beim Alten zu belassen und gleichzeitig zu hoffen, dass sich etwas ändert.“
Wohin mag die Reise gehen.
Bei der Überlegung die eigene Heimat zu verlassen gibt es viele Fragen. Eine der ersten ist natürlich immer: Wohin? Lange haben wir gerade auf diese Frage keine Antwort gehabt.
Länder in denen sich Menschen frei und eigenverantwortlich entfalten können gibt es nicht viele. Schon gar nicht im „vereinten“ europäischen Umfeld.
Kulturelle Verschiedenheiten zu Ländern anderer Kontinente sind teilweise größere Hindernisse als die Sprache und auch die Entfernung spielt eine Rolle.
Das Land welches uns am meisten ansprach war nun nicht so ohne weiters zu Bereisen. Einfach hinfahren und sich umschauen war nicht so leicht möglich. Zudem wäre eine etwaige Emigration eine sehr bürokratische, mühevolle und ziemlich absolute Unternehmung gewesen…
Dieser Aspekt blieb also lange der ungelöste Faktor unserer Überlegungen!
Um so mehr beschäftigte uns die Frage was ein Leben „woanders“ eigentlich auszeichnen sollte.
Die Antwort kann einfach zusammengefasst lauten:
Wir wollen dorthin wo wir ein bescheidenes und ungestörtes Leben in eigener Verantwortung führen können!
Was so einfach klingt hat sich hier in unserer Heimat zunehmend als schwierig erwiesen, ist man doch gezwungen ständig mehr und mehr zu erwirtschaften allein um das gewonnene nicht wieder zu verlieren.
Ein für uns attraktives Land sollte also geringe Lebenshaltungskosten haben, was zunächst einmal Bedeutet daß es wenig Zwangsabgaben und niedrige Steuern gibt, zudem sollten ein Leben als freie eigenenständig Persönlichkeit unbeeinträchtigt durch staatliche Gängelung und Überwachung gegeben sein.
Ausserdem wünschen uns einen Ort weitab der Metropolen, in einer Natur, welche nicht zu sehr durch Industrie und Intensivlandwirtschaft geschunden ist, also ursprünglich, vielleicht sogar wild ist.
Soziokulturell wäre natürlich ein Land wünschenswert, welches in einer uns nahestehenden kulturellen Tradition steht in welche wir uns integrieren können ohne unsere eigene kulturelle Prägung gänzlich aufgeben zu müssen.
Was die Sprache angeht stellt es natürlich eine Herausforderung dar, wenn man in ein Land übersiedelt ist es Pflicht und Herausforderung zugleich die dortige Sprache zumindest soweit in Wort und Schrift zu beherrschen, daß eine nicht nur rudimentäre Verständigung mit den Menschen des Landes möglich ist.
Da wir als Deutsche die germanische Sprachwurzel durch unsere Muttersprache kennen, beide englisch und französisch sprechen und durch diese Sprachen und Latein eine Basis für das latinische besitzen, fehlt uns die europäischen Sprachen betreffend, das slawische.
Also begannen wir vor geraumer Zeit uns dem russischen zu widmen. Hier lernten wir eine uns gänzlich neue Seelenstimmung und einen Kulturkreis kennen welcher uns sehr entsprach.
Leben im Limbo
Dergestalt beschäftigt und sensibilisiert durchlebten wir die bewegten Jahre welche sich an die besagte Krise anschlossen. Weit davon entfernt zu glauben alles wäre nun wieder gut, hofften wir dennoch stehts, daß sich all die Lügen und Irrtümer nun entlarven und aufklären würden und es sich ein neuer, humanistischerer Impuls in der Welt zeigen würde…
Doch jeder schaue selber in die Welt, es kam anders.
Wir gingen auf Reisen und fanden ein Land in einer Ecke Europas in der wir niemals gesucht hätten und alle Gedanken, Hoffnungen und Wünsche gingen in Resonanz mit:
Montenegro
Dieses Land, die schwarzen Berge, fanden wir, wie an an anderem Ort beschreiben, eher der Fügung nach, als einem Plan folgend. Dennoch war es sofort erkennbar: Hier kommt zusammen was zusammen gehört.


Das Leben weißt den Weg.
Ob es der richtige Schritt ist? Das wird die Zeit zeigen.
Aber wir wollten es wenigstens versuchen. Zu ergründen warum es Montenegro ist, wird sicherlich noch ein erfahrungsreicher Prozess sein. Wir glauben jedenfalls, daß es ein Land ist welches, jedenfalls zur Zeit, den von uns umrissenen Kriterien wunderbar passt und welches sich durch echte menschliche Kontakte qualifiziert hat unsere Heimat zu werden.



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